Du, Herr, kennst unsere Not. — Zum Hohen Advent 2019 im Erzbistum Hamburg

Der Advent ist die Zeit, wo die materiellen Dinge ans Ende kommen. Das Gebet bleibt wirksam, wo alle irdischen Mittel versagen. Auf Könige, Fürsten, Regierungen oder gar Diktatoren brauchen wir unser Vertrauen nicht zu setzen.

Gott allein ist der Fels. Er bleibt in Ewigkeit, wenn auch alles andere in die Brüche geht. Und Er ist nahe!

Denn: Dominus prope! Der Herr ist nahe! Das ist die Ansage der letzten Woche vor Weihnachten, die mit dem 17. Dezember morgen anbrechen wird. Und zugleich war es der bischöfliche Wappenspruch unseres sehr verehrten Alterzbischofs Ludwig Averkamp.

Deswegen möchte ich vor allem den Christen im Erzbistum Hamburg ein Gebet aus dem Gotteslob, Nr. 21, 3, zur Mitgestaltung ihres Hohen Advents vorschlagen. Lasst es uns von morgen an bis zum Heiligen Abend jeden Tag einmal beten!

Mit lieben und frohen Segensgrüßen folgt der Text:

Herr Jesus Christus,

du hast Männer und Frauen berufen,

Alte und Junge, Arme und Reiche,

dass sie Dir nachfolgen und so das Leben gewinnen.

Durch Dich danken wir dem Vater im Heiligen Geist,

dass immer neu Menschen in Taufe und Firmung den Geist empfangen,

dass sie als Kinder Gottes gestärkt sind für ihre Aufgaben in Kirche und Welt.

Wir bitten dich für die Kirche unseres Bistums:

Lass sie nicht ihren Auftrag vergessen, die Gläubigen in ihrer Berufung zu fördern

Und vor allem den jungen Menschen zu helfen, Deinen Ruf zu entdecken.

Du, Herr, kennst unsere Not.

Wir brauchen die Verkündigung Deines Evangeliums,

die Erfahrung Deiner Gegenwart in der Eucharistie und in den anderen Sakramenten.

Herr, wir bitten Dich von ganzem Herzen:

Schenke uns Priester, die unter der Führung des Heiligen Geistes dein Wort verkündigen,

Die den Armen und Kranken, den Heimatlosen und Notleidenden beistehen,

die Gemeinden leiten und das Volk Gottes heiligen.

Lass sie ihrer Berufung treu bleiben.

Denn Du bist der Hirt Deines Volkes,

Du bist unsere Hoffnung in Ewigkeit.

Amen.

Bischof Franz Kamphaus. Gotteslob. ‚Gesangbuch für das katholische Deutschland.‘ Nr. 21, 3.
(c) Oliver Meik — Ein Miniatur-Altar, der von 1800 bis 1899 zur spielerischen Erziehung verwendet wurde. Von nichts kommen keine Berufungen. — Stadtmuseum Luxemburg.

One Response to Du, Herr, kennst unsere Not. — Zum Hohen Advent 2019 im Erzbistum Hamburg

  1. K. Riha sagt:

    Grüß Gott! Sie sprechen ja auch den Priestermangel an – dazu gibt es eine interessante religionssoziologische Theorie die mit der „neuen Väterlichkeit“ zu tun hat: im Buch „Religionsparadox“ von Victoria Rationi – hochinteressant!

    MfG Karl Riha

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