St. Bruno ruft – Ein persönliches Wort – 21/09/2021

Liebe Freunde in fern und nahe,

in diesen Tagen erfahre ich die Gnade, meine Lebensberufung vertieft zu leben: Ich werde nach dem Abschluss meiner Verwendung in der Pfarrei Hl. Edith Stein, Ludwigslust, im Dezember dieses Jahres in das Postulat der Certosa Serra San Bruno (http://certosini.info) in Kalabrien (Italien) eintreten, um meine mögliche Ordensberufung zu erproben. Der Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße, wird mir dazu eine Freistellung von den Aufgaben im Erzbistum Hamburg gewähren. Mit dem Erzbischof habe ich das in der vergangenen Woche abschließend besprochen. Ich bin ihm sehr dankbar für die gründliche Zeit der Klärung und die zugewandte Begleitung. Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf meine Zeit im Erzbistum Hamburg und in vielen Pfarreien Hamburgs, Mecklenburgs und Schleswig-Holsteins zurück. Bei aller Freunde über den neuen Lebensabschnitt, fällt es mir dennoch nicht leicht, von der Heimat und von vielen Verwandten und Freunden endgültig Abschied zu nehmen.

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In dem angestrebten Wechsel in die klösterliche Lebensform kommt eine Sehnsucht zum Tragen, die mich indirekt seit den Anfängen meiner Berufung in Kindheitstagen begleitet. Das klösterliche Leben als eine Lebenshingabe an Gott in betender Gemeinschaft faszinierte mich – ohne, dass ich als junger Diaspora-Katholik Klöster persönlich gekannt hätte. Nach meinem Abitur wollte ich zunächst in die Gesellschaft vom Katholischen Apostolat (Pallottiner – SAC) eintreten, die ich aus meiner Heimatgemeinde kannte. Später – während des Theologiestudiums und während meines priesterlichen Dienstes für das Erzbistum Hamburg – suchte ich Klöster der benediktinischen Tradition für meine Jahresexerzitien auf, wann immer es mir möglich war. Aber keines dieser Klöster entsprach meiner Herzenssehnsucht. Dagegen hat mich der Hl. Bruno von Köln bereits seit langer Zeit angezogen. Die kulturellen Spuren seiner Ordensgründungen haben mich stets besonders fasziniert – ohne, dass ich deren eremitische Lebensform verstanden hätte. Mein Beichtvater in Münster war viele Jahre P. Bruno Mersch SDS. Ihm verdanke ich sehr viel. Die Begegnungen mit ihm bestärkten in mir das Interesse an seinem Namenspatron, dem Hl. Bruno, obwohl P. Bruno Mersch selbst doch der Gesellschaft des Göttlichen Heilands, den Salvatorianern, angehörte, zu denen ich bis heute einen sehr schönen Kontakt habe.

Serra San Bruno ist der Begräbnis- und Verehrungsort des Hl. Bruno. Dem Kloster dort habe ich mich seit etwa 5 Jahren angenähert. Ich kannte es nicht, bis mir ein sizilianischer Pfarrer davon berichtete. Ich begegnete bei ihm erstmals einem lebendigen Glaubenszeugnis, in dem das besondere Charisma der Kartäuser für mich menschlich zugänglich und geistlich erfahrbar wurde. Von da an drängte es mich, die Certosa Serra San Bruno kennenzulernen. Das gelang mir zunächst nicht. Zu knapp waren meine wiederholten Aufenthalte auf Sizilien bemessen. Aber dann kam es zu einem ersten Besuch. Und im vergangenen Jahr erlebte ich endlich eine längere Probezeit dort – gerade noch bevor erneute Reisebeschränkungen in Kraft traten. 

Nach der sehr erfolgreichen Verteidigung meiner Dissertation und dem Abschluss meiner Aufgaben in der Pfarrei Hl. Edith Stein, Ludwigslust, stand es an, eine neue Aufgabe im Erzbistum Hamburg zu übernehmen. Nach einer langen und gründlichen Abwägung habe ich mich gegen einen weiteren Einsatz als Pfarrer entschieden. Meine Berufung ist eine andere. Das habe ich bereits während meiner Zeit in Husum sehr deutlich empfunden, aber erst jetzt reflektieren können. Das Charisma der Kartäuser ist die verborgene Gott-Suche mit verhülltem Antlitz und das stellvertretende Gebet für die ganze Schöpfung, in den Anliegen aller Menschen; der Ort dafür ist die Einsamkeit der Kartäuserzelle, aber ihre Gebets-Gemeinde umfasst ‚die ganze Welt‘.

Mit der herzlichen Bitte um Ihr und euer begleitendes Gebet

Oliver Meik.

Das Herz der Kartause mit dem Reliquiar des hl. Bruno – (c) alle Bilder Oliver Meik

2 Antworten auf „St. Bruno ruft – Ein persönliches Wort – 21/09/2021

  1. Sehr verehrter Pfr. Meik, alles was Sie eben geschrieben haben, finde ich unfassbar schön. Natürlich glaube ich an einen solchen Weg, völlig Innerlich, für die ganze Welt. Bin Feuer und Flamme dafür. Dass der Erzbischof Ihnen darin unterstützt ist Hoffnungs – erbringend. Die ganze Weltkirche baut auf das Innerste . Mit Liebe Grüsse aus Husum, Marianne Lang.

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  2. Liebe Frau Lang, ich danke Ihnen für Ihre sehr freundlichen Worte und wünsche Ihnen von Herzen Gottes + Segen. Sehr herzlich danke ich Ihnen besonders für Ihren ’stillen‘ und ‚verborgenen‘ Gebetsdienst. Oliver Meik.

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