II. Was ist denn das: Don Abbondio und Papst Franziskus?

1. April 2020

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Papst Franziskus lobte den Klerus der Lombardei: „In diesem Augenblick geht in Mailand die Messe zu Ende, die der Herr Erzbischof in der Poliklinik für die Kranken, die Ärzte, die Krankenpfleger und die Ehrenamtlichen feiert. Der Herr Erzbischof ist seinem Volk und auch Gott im Gebet nahe. Mir kommt das Foto von letzter Woche in den Sinn: er allein auf dem Dach des Domes im Gebet zur Muttergottes. Ich möchte auch allen Priestern, der Kreativität der Priester, danken. Aus der Lombardei erhalte ich viele Neuigkeiten über diese Kreativität. Es stimmt, die Lombardei wurde hart getroffen. Priester, die sich tausenderlei Wege ausdenken, um dem Volk nahe zu sein, damit das Volk sich nicht verlassen fühlt; Priester mit apostolischem Eifer, die gut verstanden haben, dass man in Zeiten der Pandemie kein »Don Abbondio« sein sollte.“ (Angelus, 15. März 2020)

‚Don Abbondio‘ (‚abundus‘ lateinisch: ‚übervoll‘, ‚üppig‘) heißt die Figur eines Priesters, der vor allem auf seinen persönlichen Besitzstand achtet. Er fürchtet sich vor den Menschen, um seine gesellschaftliche Stellung, um seine Wohlstand und allgemein jedes Risiko und alle Gefahren. Deswegen traut er sich in der Zeit einer Seuche nicht, zwei Verlobte zu trauen, obwohl er alleine das könnte. Gleichzeitig traut er sich auch nicht, dass offen auszusprechen und seine Angst zuzugeben. So sucht er alle möglichen Ausflüchte, um die Sakramentenspendung nicht durchführen zu müssen. Don Abbondino lebt literarisch in dem Romans I Promessi Sposi (italienisch: ‚Die Verlobten‘ oder ‚Die Brautleute‘) von Alessandro Mazoni (1785-1863). Alle italienischen Schulkinder müssen dieses Buch in der Schule lesen; sie tun es mehr oder weniger …

Sozusagen dagegen liess am letzten Freitag Papst Franziskus das Evangelium vom Sturm auf dem See (Lukas 4) verkünden: „»Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?« Herr, du appellierst an uns, du appellierst an den Glauben. Nicht nur an den Glauben, dass es dich gibt, sondern an den Glauben, der uns vertrauensvoll zu dir kommen lässt. […] Es ist nicht die Zeit deines Urteils, sondern unseres Urteils: die Zeit zu entscheiden, was wirklich zählt und was vergänglich ist, die Zeit, das Notwendige von dem zu unterscheiden, was nicht notwendig ist. Es ist die Zeit, den Kurs des Lebens wieder neu auf dich, Herr, und auf die Mitmenschen auszurichten. Und dabei können wir auf das Beispiel so vieler Weggefährten schauen, die in Situationen der Angst mit der Hingabe ihres Lebens reagiert haben. Es ist das Wirken des Heiligen Geistes, das in mutige und großzügige Hingabe gegossen und geformt wird. Es ist das Leben aus dem Heiligen Geist, das in der Lage ist, zu befreien, wertzuschätzen und zu zeigen, wie unser Leben von gewöhnlichen Menschen – die gewöhnlich vergessen werden – gestaltet und erhalten wird, die weder in den Schlagzeilen der Zeitungen und Zeitschriften noch sonst im Rampenlicht der neuesten Show stehen, die aber heute zweifellos eine bedeutende Seite unserer Geschichte schreiben: Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuungskräfte, Transporteure, Ordnungskräfte, ehrenamtliche Helfer, Priester, Ordensleute und viele, ja viele andere, die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet.“ (Predigt Papst Franziskus beim Gebet in der Pandemie, 27. März 2020, Hervorhebungen vom Bearbeiter)

Der Papst möchte – bei aller Klugheit und Vorsicht und im Rahmen der öffentlichen Ordnung – unsere Kreativität, unsere Hingabe und unseren Einsatz für die Mitmenschen und gegen die Angst der Epidemie-Zeit.

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Dies ist eine Fortsetzung der kleinen Serie zu den verschieden Fragen, die mich erreichen. Bisher ist erschienen:

Teil 1: Was ist denn das: ein Ablass heute?

Karl Kardinal Borromäus (Carlo Cardinale Borromeo) rügt Don Abbondio. – Francesco Gonin (1808-1889). Ausgabe 1840 von I Promessi Sposi. (c) public domain

O Crux ave spes unica! / Kreuz, Gruß Dir, einzige Hoffnung! – zum 27/03/2020

26. März 2020

Das war der Wappenspruch Bischof Franziskus Demanns, unseres vormaligen Bischofs. Er war Bischof von Osnabrück für wenige Tage im Jahre 1957. Von 1930 bis 1995 gehörte die katholische Minderheit in Hamburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein zum Bistum Osnabrück. Die Verehrung des Kreuzes als Hoffnungsmittel in der Not teilte Bischof Demann offensichtlich mit unserem Papst Franziskus. Der möchte am Freitag dem 27. März 2020 um 18:00 Uhr auf dem Petersplatz mit jenem Kreuz beten, dass vor 400 Jahren zum Sieg über die Pest durch Rom prozessierte.
Bischof Demann verstarb am 27. März 1957 also auf den Tag genau (!) 63 Jahre vorher als Zeuge seines Wappenspruchs unmittelbar nach der Bischofsweihe, noch vor seiner ersten Predigt, die dem Wappenspruch gewidmet gewesen wäre. Der Text der nicht gehaltene Predigt gelangte am folgenden Sonntag als Hirtenbrief zu den Gläubigen, so wie Demann es zuvor verfügt hatte. (Bilder und Text zu Demann als Bischof.)
Das Bischof Demann mit ‚Franziskus‚ denselben Vornamen trug wie der Papst heute, ist eine weitere Gemeinsamkeit. Ihr gemeinsamer Namenspatron, der heilige Franziskus, war wiederum der erste Stigmatisierte der Menschheitsgeschichte; er empfing die fünf Wundmale analog zu Jesus.

Die Strophe setzt sich fort:

hoc Passionis tempore!
piis adauge gratiam,
reisque dele crimina.

in dieser Leidenszeit!
Den Treuen mehre die Gnaden,
den Angeklagten tilge die Vergehen.

Ursprung ist der Hymnus Vexilla regis Das Königsbanner, als Übersetzung im Gotteslob Nr. 299 (Der König siegt, sein Banner glänzt). Er gehört zum Fest der Kreuzerhöhung (14. September) und zur Passionszeit, die am nächsten 5. Fasten- oder 1. Passionssonntag beginnt. Für die Vesper von Palmsonntag ist der Hymnus vorgeschrieben.

Franziskus Demann verstirbt am 27. März 1957 nach seiner Bischofsweihe vor dem Domportal von Osnabrück. Der Kirchenbote des Bistums Osnabrück veröffentlichte dazu einen Artikel.

Dazu paßte die hier verlinkte Predigt vom 2. Fastensonntag 2018.


Hamburg und der Norden für Christus / Hamburg and Northern Germany claimed for Christ – 17/02/2020

19. März 2020

Eine Meldung aus sicherer Quelle: Bereits am Dienstagabend wurden die Stadt Hamburg und das Gebiet des Erzbistums Hamburg in besonderer Weise dem eucharistischen Herrn geweiht. Die Zeremonie schloss mit einem eucharistischen Segen in alle vier Himmelsrichtungen auf dem Domplatz, dem spirituellen Zentrum des alten Hamburg, gegenüber der Petrikirche. Dort deuten heute Leuchtelemente die Formen der vor zweihundert Jahren abgerissenen Kathedrale von Alt-Hamburg an, die einmal ein Papstgrab enthielt und das Volksfest des ‚Hamburger Doms‘ begründete.

Besonders gesegnet wurden außerdem Mecklenburg und Schleswig-Holstein, die katholischen Schulen und Krankenhäuser, der Erzbischof, der Klerus und alle Mitarbeiter und Mitglieder des Erzbistums Hamburg. Außerdem wurde für die Kranken und Sterbenden, um Schutz, um Heilung und gegen Covid-19 gebetet. Dank sei Gott!

Die Kerze leuchtete um 21:00 Uhr am Josephstag, 19. März 2020, zum Rosenkranz mit Papst Franziskus, der Kirche in Italien und der weltweiten Catholica. (c) Oliver Meik.

7. Sonntag im Jahreskreis – 23/02/2019

26. Februar 2020

Lesejahr A. Zusammenschnitt aus der Hl. Messe in St. Bonifatius, Hamburg-Wilhelmsburg, zum einen der Predigt und des Glaubensbekenntnisses und zum anderen einer Überleitung zur Gabenbereitung:

„Der sich sterbend zum Siegespreis, / der Bräutigam gründete die Kirche.“ (Übers. aus dem Lat.) Jesus stirbt für seine Feinde und sammelt die Verlorenen; er heiratet die Kirche, der aus der Sünde bekehrten. Ausschnitt der Hochaltars in St. Vizelin zu Neumünster. (c) Oliver Meik

6. Sonntag im Jahreskreis – 16/02/2020

22. Februar 2020

Lesejahr A. Mitschnitt aus dem Hochamt mit den Erstkommunionkinder in meiner Heimatgemeinde Heilig Geist zu Hamburg-Farmsen:

Nordfriesland kam mir manchmal wie der Amazonas vor. Es ist schön und eine große Missionsaufgabe. Ich war dort sehr gerne. 🙂 … Und wo man auch anlegt, überall gibt es katholische Christen, die nach dem Evangelium leben und die Sakramente feiern wollen. Dank sei Gott!

Wo Christen Priester erbitten, sendet Gott sie aus. – Herr, sende Arbeiter in Deine Ernte! – Und sammle Du Deine Gemeinde zu Gebet und Gottesdienst!

Tabernakel. Dornbusch. Altar. Berufungsort. – {c) Oliver Meik

Domingo de la 5ª semana de Tiempo Ordinario / 5. Sonntag im Jahreskreis – 09/02/2020

16. Februar 2020

Mensaje del Señor Arzobispo Dr. Stefan Heße, con ocasión de la solemnidad de San Ansgar, el 3 de febrero de 2020, leer en la Santa Misa com a Comunidad Católica – Idioma Español a St. Bonifatius en Hamburg-Wilhelmsburg:

Tiempo de febrero, tiempo para la hospitalidad? – Der Februar: Zeit der Gastfreundschaft? – Hamburg mit der Turmruine von St. Nikolai links und dem Rathausturm – (c) Oliver Meik

3. Sonntag im Jahreskreis – 26/01/2020

27. Januar 2020

Lesejahr A. Die Pfarrkirche St. Vizelin zu Neumünster verbindet eine lateinische Inschrift mit dem Priesterseminar in Osnabrück. Noch heute werden dort alle unsere Priester auf die Weihe vorbereitet. Dazu mehr in der Bildunterschrift. Hier erst einmal der Mitschnitt aus der Heiligen Messe:

Der Altarraum von St. Vizelin zu Neumünster. – (c) Oliver Meik
Die lateinische Inschrift: „Se nascens dedit socium, se vescens in edulium, se regnans dat in premium, se moriens in pretium, sponsam fundat ecclesiam.“, bedeutet übersetzt: „Geboren werdend gab er sich zum Gefährten, speisend sich zur Speise, herrschend sich zum Lohn, sterbend sich zum Lösepreis, so begründete der Bräutigam die Kirche.“ – Bis auf den letzten Teilsatz vom Bräutigam, der eigentlich nicht zu dem Gedicht gehörte, stehen alle Teile auch in der Apsis der Kapelle des Osnabrücker Priesterseminars. Es könnte sein, dass damals ein Neumünsteraner Pfarrer Regens wurde …
Der Teilsatz „herrschend sich zum Lohn“ stand logisch erst nach „sterbend sich zum Lösepreis“. Er wurde in St. Vizelin offensichtlich aus den Gründen der künstlerischen Betonung in die Mitte gesetzt. Die Überschrift über dem Herz-Jesu.Bild „veritas et pax“ bedeutet „Wahrheit und Frieden“. Zu den ersten zwei Bildern im Detail. – (c) Oliver Meik