II. Was ist denn das: Don Abbondio und Papst Franziskus?

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Papst Franziskus lobte den Klerus der Lombardei: „In diesem Augenblick geht in Mailand die Messe zu Ende, die der Herr Erzbischof in der Poliklinik für die Kranken, die Ärzte, die Krankenpfleger und die Ehrenamtlichen feiert. Der Herr Erzbischof ist seinem Volk und auch Gott im Gebet nahe. Mir kommt das Foto von letzter Woche in den Sinn: er allein auf dem Dach des Domes im Gebet zur Muttergottes. Ich möchte auch allen Priestern, der Kreativität der Priester, danken. Aus der Lombardei erhalte ich viele Neuigkeiten über diese Kreativität. Es stimmt, die Lombardei wurde hart getroffen. Priester, die sich tausenderlei Wege ausdenken, um dem Volk nahe zu sein, damit das Volk sich nicht verlassen fühlt; Priester mit apostolischem Eifer, die gut verstanden haben, dass man in Zeiten der Pandemie kein »Don Abbondio« sein sollte.“ (Angelus, 15. März 2020)

‚Don Abbondio‘ (‚abundus‘ lateinisch: ‚übervoll‘, ‚üppig‘) heißt die Figur eines Priesters, der vor allem auf seinen persönlichen Besitzestand achtet. Er fürchtet sich vor den Menschen, um seine gesellschaftliche Stellung, um seinen Wohlstand und allgemein jedes Risiko und alle Gefahren. Deswegen traut er sich in der Zeit einer Seuche nicht, zwei Verlobte zu trauen, obwohl er alleine das könnte. Gleichzeitig traut er sich auch nicht, das offen auszusprechen und seine Angst zuzugeben. So sucht er alle möglichen Ausflüchte, um die Sakramentenspendung nicht durchführen zu müssen. Don Abbondino lebt literarisch in dem Roman I Promessi Sposi (italienisch: ‚Die Verlobten‘ oder ‚Die Brautleute‘) von Alessandro Mazoni (1785-1863). Alle italienischen Schulkinder müssen dieses Buch in der Schule lesen; sie tun es mehr oder weniger …

Sozusagen dagegen liess am letzten Freitag Papst Franziskus das Evangelium vom Sturm auf dem See (Lukas 4) verkünden: „»Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?« Herr, du appellierst an uns, du appellierst an den Glauben. Nicht nur an den Glauben, dass es dich gibt, sondern an den Glauben, der uns vertrauensvoll zu dir kommen lässt. […] Es ist nicht die Zeit deines Urteils, sondern unseres Urteils: die Zeit zu entscheiden, was wirklich zählt und was vergänglich ist, die Zeit, das Notwendige von dem zu unterscheiden, was nicht notwendig ist. Es ist die Zeit, den Kurs des Lebens wieder neu auf dich, Herr, und auf die Mitmenschen auszurichten. Und dabei können wir auf das Beispiel so vieler Weggefährten schauen, die in Situationen der Angst mit der Hingabe ihres Lebens reagiert haben. Es ist das Wirken des Heiligen Geistes, das in mutige und großzügige Hingabe gegossen und geformt wird. Es ist das Leben aus dem Heiligen Geist, das in der Lage ist, zu befreien, wertzuschätzen und zu zeigen, wie unser Leben von gewöhnlichen Menschen – die gewöhnlich vergessen werden – gestaltet und erhalten wird, die weder in den Schlagzeilen der Zeitungen und Zeitschriften noch sonst im Rampenlicht der neuesten Show stehen, die aber heute zweifellos eine bedeutende Seite unserer Geschichte schreiben: Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuungskräfte, Transporteure, Ordnungskräfte, ehrenamtliche Helfer, Priester, Ordensleute und viele, ja viele andere, die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet.“ (Predigt Papst Franziskus beim Gebet in der Pandemie, 27. März 2020, Hervorhebungen vom Bearbeiter)

Der Papst möchte – bei aller Klugheit und Vorsicht und im Rahmen der öffentlichen Ordnung – unsere Kreativität, unsere Hingabe und unseren Einsatz für die Mitmenschen fördern und gegen die Angst wirken.

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Dies ist eine Fortsetzung der kleinen Serie zu den verschieden Fragen, die mich erreichen. Bisher ist erschienen:

Teil 1: Was ist denn das: ein Ablass heute?

Karl Kardinal Borromäus (Carlo Cardinale Borromeo) rügt Don Abbondio. – Francesco Gonin (1808-1889). Ausgabe 1840 von I Promessi Sposi. (c) public domain

6. Sonntag der Osterzeit – 21/05/2017

Lesejahr A. Mitschnitt aus der Heiligen Messe in St. Elisabeth zu Norddorf auf Amrum: 

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(c) Oliver Meik – Auf dem Weg: 5:15 Uhr aufgestanden, 6:15 Uhr mit dem Auto von Husum, 7:20 Abfahrt der Fähre ab Dagebüll. – Danach ging es weiter:  9:20 Uhr Ankunft in Wittdünn auf Amrum, 9:30 von dort mit dem Bus bis Norddorf, Sturmmöve. Gegen 10 Uhr bin ich in unserer Elisabeth-Kirche, nach fast vier Stunden. Dann ist schnell alles für den Gottesdienst vorzubereiten. Um 10:30 Uhr beginnt die Heilige Messe mit Einheimischen und Touristen. Das nenne ich mal einen Pastoralen Raum! Gut, dass ich heute nicht mit der Bahn gefahren bin – das hätte etwas länger gedauert. O.A.M.D.G. 

2. Sonntag der Fastenzeit – 12/03/2017

Lesejahr A. Leider wieder mit etwas Verspätung kommt der Mitschnitt aus dem Hochamt mit den Erstkommunionkindern in der Pfarrkirche Christus König zu Husum:

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(c) Oliver Meik – Oldie but goldie: Der Altarraum unserer Pfarrkirche Christus König zu Husum mit dem Hungertuch 1978 aus Äthiopien.

Patronatsfest „St Knud – seit 1625 – katholisch – frei – lebendig“ – 28/06/2015

Mit den Lesungen vom 13. Sonntag im Jahreskreis. Lesejahr B. Mitschnitt aus dem Hochamt in St. Knud zu Friedrichstadt: 

Jetzt bin ich geschafft aber glücklich – mit einem großen Dank an alle Helfer aus unseren sieben Gemeinden.

12. Sonntag im Jahreskreis – 21/06/2015

Lesejahr B. Mitschnitt aus dem Hochamt mit Einführung der neuen Ministranten in der Pfarrkirche Christus König zu Husum: 

19. Sonntag im Jahreskreis – 10/08/2014

10 Jahre Förderverein „Freunde des Momme-Nissen-Hauses“. Lesejahr A. Mitschnitt aus der hl. Messe mit Taufe in der St. Petrus-Kapelle des Momme-Nissen-Hauses auf Pellworm: 

Hl. Messe im Sturm in Christus König zu Husum an der Nordsee – 05/12/2013, 15:00 Uhr

„Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.“, hieß es  im Evangelium der Tagesmesse bei uns in der Pfarrkirche heute am Nachmittag. Als wäre es für uns ausgesucht worden. Am schlimmsten tobten die Böen während der ersten Lesung. Die Kirche erzitterte und ächzte. Ich musste an eine Szene bei Don Camillo denken; nur mit einem Unterschied: Er blieb stellvertretend im Haus des Herrn als alle anderen evakuiert wurden; ich blieb nur, als wir sowieso nicht heraus gehen sollten. Nach Ende der hl. Messe war es erstmal ruhiger. Nun ist der Sturm wieder gut dabei. Ich bin froh, vom einem Sterbenden aus dem Krankenhaus zurück zu sein. Die Flut steht auf den Deichen in ungefährlicher Höhe, aber ohne normal abzulaufen. Die Ebbe ist überschritten; das Wasser steigt wieder. Ernstliche Gefahr besteht keine. Schäden werden wir wohl haben. So lese ich noch einmal das ganze Evangelium (Matthäus 7, 21.24-27)  und denke JA:

„Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut. Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.“

Beten wir in den Stürmen dieser Zeit füreinander, dass wir dem Herrn die Treue halten!